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Pressestimmen

Stimmen von Rezensentinnen und Rezensenten als Einblick.

«Der Garten der anderen»

erscheint August 2018

«Passiert es heute? Passiert es jetzt?»

erscheint August 2018

«Kleine Freiheit - Jenische in der Schweiz»

5. August 2015; Zürcher Unterländer- Sharon Saameli
»Den Jenischen auf der Spur«

Während über zweier Jahre haben die Autorin Michèle Minelli und die Wasterkinger Fotografn Anne Bürgisser Jenische auf Durchgangsplätzen in der Schweiz besucht .Im daraus entstandenen Buch prallen zwei Welten aufeinander.

Hier der ganze Artikel: Zürcher Unterländer

«Die Verlorene»

Juni 2015; Books - Markus Ganz
»Ohne Chance«

In «Die Verlorene» erzählt Michèle Minelli die gut dokumentierte Geschichte einer jungen Thurgauerin, die 1904 zum Tod verurteilt wurde. Der Zürcher Schriftstellerin ist ein faszinierender historischer Roman gelungen, der auch den gesellschaftlichen Hintergrund schildert.

Hier der ganze Artikel: Books; 02-15


6./7. Juni 2015; Sächsische Zeitung - Monika Melchert
»Und ich war verloren«

Michèle Minelli erforscht das Schicksal einer jungen Frau, die in die Fänge einer unbarmherzigen Justiz in der Schweiz gerät. ...

Hier der ganze Artikel: Rezension Sächsische Zeitung; 6./7. Juni 2015


18. März 2015; Seemoz, Ralph Hug
»Frieda Kellers Zerstörung«

Ein Kriminalfall, der sich 1904 in St. Gallen ereignete, dient der Zürcher Schriftstellerin Michèle Minelli als Stoff für den eindrücklichen Roman «Die Verlorene» ...

Hier der ganze Artikel: Rezension Seemoz; 18.3.2015

«Wassergrab»

 Oktober 2013; Lesart 3/13- Monika Melchert

»Verwischte Spuren«

Ein Kriminalfall in Zürichs Unterwelten
Der kreisrunde Einstiegsdeckel, durch den die Kriminalisten, nicht ohne Mühe, in die Zürcher Kanalisation gelangen, ist zugleich der Punkt, an dem der Leser in den Fall einsteigt: Eine »Kanalleiche« wird im Wolfbachkanal aufgefunden, die Ermordete bis zur Unkenntlichkeit entstellt, ohne alle Papiere. Und zur selben Zeit kommt aus Lettland eine überaus attraktive Dame nach Zürich, Ieva (oder Eva), die endlich die Spuren ihrer seit 39 Jahren verschollenen Mutter zu finden hofft. Da steht Leandro Scheu, kurz Leo, einer der besten Ermittler der Kantonspolizei Zürich, vor zwei harten Brocken. Er ist einer, der wenig redet, aber viel und lange nachdenkt
...

Hier der ganze Artikel als PDF Datei: Rezension in »Lesart« ; Ausgabe 3/13


 30.09.2013; Tagesanzeiger - Denise Marquard
»Minellis Kanalleiche in Zürichs Kloake«
Artikel im Tages-Anzeiger zur »Buchtaufe«


 25.09.2013; SRF 1 - Luzia Stettler
»Buchtaufe im Zürcher Untergrund«
Beitragseite auf der Homepage Radio SRF1
Direkter Link zur Audio Ausgabe

«Die Ruhelosen»

 22.05.2012; Radio WDR5 - Carolin Courts
»Scala - Literaturservice«

Auf den ersten Blick haben Frantisek Schön, ungarischer Hoffriseur Mitte des 19. Jahrhunderts, und Abel Ditrich, Schiffsmusikant zwischen den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts, nicht viel gemeinsam. Glücklicherweise nimmt sich Michèle Minelli die Zeit für einen zweiten und dritten Blick. So leuchten zwischen den vermeintlich willkürlich erzählten Einzelschicksalen dieses Romans plötzlich Verbindungslinien auf, deren großer Zusammenhang erst am Ende sichtbar wird. "Die Ruhelosen" sind jene, die lieber eine ungewisse Zukunft suchen, als in der mittelmäßigen Gegenwart zu verharren. Sie sind die Mutigen und Waghalsigen, die Tapferen und Grausamen, die Liebestollen und die Sonderbaren, kurz: eine jener weit verstreuten Wandervogel-Familien, die Europa in den letzten 150 Jahren zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Rezension und Leseproben zu »Die Ruhelosen«.
Hier die Rezension zum Nachlesen und zum Nachhören


 13.05.2012; Radio DRS2 - Luzia Stettler
»52 beste Bücher«

Eine Familiensaga sollte es werden, das war die lang gehegte Absicht der Filmemacherin und Autorin Michèle Minelli. Nun liegt das Resultat vor - noch früher als geplant: «Die Ruhelosen» heisst das opulente und packende Familienporträt.

Interview, Geschichten und Leseproben zu »Die Ruhelosen«.
Hier die Sendung zum Nachhören und die dazugehörige Webseite



14.03.2012; Rezension im Feuilleton «neues deutschland» - Monika Melchert

Ruhelos wie Zugvögel
Familiensaga über acht Generationen

Zugvögel scheren sich nicht um Ländergrenzen. Sie fliegen dorthin, wo sie hoffen, die besten Lebensbedingungen zu finden. Und immer wieder gibt es Menschen, die ihnen ähneln, die ihre Heimat verlassen, um ihr Glück woanders zu suchen - und dadurch die Landschaften mit einem Netz an Wegen überziehen. So geht es den Angehörigen von acht Generationen einer großen, über Europa verstreuten Familie. Die Wege führen seit Mitte des 19. Jahrhunderts in die verschiedenen Richtungen. Sie kreuzen sich im Vielvölkerstaat der k. u. k. Monarchie Österreich-Ungarn und münden schließlich, gespeist aus vielen Zuflüssen, in einen großen Strom in der Schweiz.

Auch ihre Sprachen mischen sich, das Deutsche, Italienische, Jiddische, Ungarische, sogar das beinahe ausgestorbene Zimbrische. Die Muttersprachen sind nicht das Trennende, sondern das Verbindende. Nach Jahrzehnten der Heimatsuche finden viele von ihnen Bürgerrecht und neue Wurzeln in den Gegenden um Zürich und Basel, hier verzweigen sich die Stammbäume der Familienglieder.

Schließlich wird in den sechziger Jahren ein Mädchen geboren, das sich erstmals nicht nach vorn wendet, weg von den Ursprüngen, sondern zurückschaut zur Herkunft dieser Zugvögel. Indem sie sich als Ornithologin mit dem Wesen der Vögel beschäftigt, mit Nestbau und Brutpflege, begreift sie immer besser die Geschichte derer, die ihr vorangegangen sind. Zu ihrer Ahnengalerie gehören Perückenmacher und Händler, Gastwirte und Geiger. Am Anfang stand einmal František Schön, ein junger jüdischer Haarteilmacher, der all seinen Mut zusammen nimmt und sich traut, Grenzen zu überspringen. Um 1860 heiratet er in Kassa (heute das slowakische Košice) die jüngste Tochter der Gräfin Csöke und gründet mit ihr einen Hausstand, dem Generation auf Generation folgt. Damit wird gleichzeitig ein Bilderbogen mitteleuropäischer Geschichte aufgeschlagen, in dem auch Kriege und andere Unglücke ihren Platz behaupten.

Die Schweizer Autorin Michèle Minelli (geb. 1968) ist eine wunderbare Erzählerin. Sie geht mit ihrem ausufernden Material auf eine sensible, poetische Weise um. Immer wieder kommt ein Sohn oder eine Tochter hinzu, die etwas Besonderes an sich haben: eine Leidenschaft, ein starkes musikalisches Talent, die außerordentliche Gabe, Menschen für sich einzunehmen, oder auch eine ungewöhnliche Schönheit. Der Roman einer weit verbreiteten Familie fesselt durch großartige Figuren und deren Lebenswege. Doch Familien haben es an sich, dass sie sowohl zusammenhalten wie auch jemanden ausstoßen können, wenn denn einer seinen vorbestimmten Platz verlassen will.

Die Unruhe, die in vielen von ihnen pocht, lässt diese Menschen immer wieder aufbrechen und Neues versuchen. Manchen führt der Weg bis nach Amerika. Doch das Nest der Tradition und Geborgenheit zieht sie, wohin es sie auch verschlagen hat, wie mit Zauberhand immer wieder zurück. Gebannt lauscht das Mädchen Aude den Erzählungen seiner Großmutter, die über alle und jeden etwas Charakteristisches weiß. Schöne, pralle Episoden am laufenden Band. Man sieht sie alle vor sich wie auf alten Fotografien in Sepiatönen.

Die Männer halten oft die Fäden in der Hand, die eigensinnigen Frauen aber tun etwas viel Kostbareres: Sie knüpfen das Netz der Zusammengehörigkeit. Sie binden die Kinder an sich und wissen genau, ohne ihre Frauen hätten die Männer nicht die Hälfte von dem erreicht, was sie am Ende vorzuweisen haben.

Link zur Online-Ausgabe


 09.03.2012; Radio DRS1 - «BuchZeichen» - Luzia Stettler
Verliebte Hofcoiffeure und rebellische Gräfinnen
Wenn einer eine Familie hat, so kann er was erzählen... Dieses leicht abgeänderte Sprichwort passt zu Michèle Minelli. Mit ihrem neuen Roman «Die Ruhelosen» ist ihr eine opulente und packende Familien-Saga über acht Generationen gelungen. Sie reicht bis in die k. u. k. Zeit in Ungarn zurück.
Luzia Stettler hat die Autorin zum Gespräch getroffen.

Webseite zur Sendung «BuchZeichen» vom 09.03.2012, 14.05 Uhr, DRS 1
Direkt zur Sendung als Audio Stream (27:37)

»Die Integrierten«

ZHAW Zürich
Buchbesprechung »Die Integrierten«, Juli 2012, Michael Wegener
zum Anklicken


Rezension »Die Integrierten«, April 2011, Ruth Loosli

Was die Autorin Michèle Minelli und die Fotografin Anne Bürgisser realisiert haben, ist ein Buch mit vierzehn Menschenportraits. Es erzählt die Migrations- und Integrationsgeschichte von 14 Frauen und Männern, die alle aus unterschiedlichen Ländern in die Schweiz zugewandert sind und hier sesshaft geworden sind.
Was diese 14 verbindet, ist, dass sie heute alle im Bereich Asylwesen arbeiten.

So entsteht für den Leser nicht nur ein Eindruck, wie Integration gelingen kann, sondern auch ein Einblick in das Asylwesen Schweiz. Das Buch ist konzipiert wie eine Tour d’Horizon entlang an den Rändern der Schweiz:

Es startet mit einem Portrait einer Mitarbeiterin eines Empfangs- und Verfahrenszentrums, reicht über verschiedene Geschichten von Frauen und Männern, die in Durchgangszentren oder in der Integrationsarbeit tätig sind bis hin zu einem Rückkehrberater oder einer Frau, die in der Notunterkunft „Chefin über 100 abgewiesene Männer“ ist. Und auch eine Geschichte einer Integrierten, die niemand sehen darf, ist im Buch enthalten, im beeindruckenden Portrait einer so genannten Sans-Papier.

Das Buch hat mich gefesselt und ich möchte es wärmstens weiterempfehlen. In der aktuellen Diskussion um Flucht und Asyl könnte es einen wertvollen Dienst erweisen, aber das bedingt, dass es verbreitet und gelesen wird.
Die Autorin M. Minelli hat 14 Menschen eine Stimme gegeben, die ich so noch nicht vernommen habe. Persönlich sagt sie:
“Mich stört, dass in der aktuellen Diskussion um Ausländer in der Schweiz – also um Menschen, die ohne roten Pass hier leben, wohnen, arbeiten – immer wieder Probleme in den Vordergrund gerückt werden. Das entspricht ganz einfach nicht der Realität.”
In diesem weltumspannenden Buch kommen Menschen zu Wort, die es geschafft haben, sich zu integrieren und nun anderen helfen, diese Erfahrung ebenfalls machen zu können. Die Fotos der bekannten Fotografin Anne Bürgisser stellen die Porträtierten in einen Rahmen, der Würde und Respekt ausstrahlt. Ein ausführlicher Anhang mit Glossar und Adressen rundet das Werk ab. Chapeau, kann ich da nur sagen.

Ruth Loosli, Textin.ch, April 2011


Bericht Kira Leuthold, Höfner, September 2011 - zum Anklicken

Adeline, grün und blau

Aruak Eiland ist die fiktive karibische Insel, auf der, im ersten Roman von Michèle Minelli, Adelines Leid ihren Anfang nimmt. Es sollte das Paradies sein, doch stattdessen landet sie in Daves Familie, einer Sammlung armer und desolater Menschen, die die blonde Adeline verachten. Sie stinkt. Weiße stinken.

Die junge Adeline, gerade 18, wird verächtlich beschimpft und ausgeschlossen. Und eingeschlossen, denn Dave lässt sie nie alleine vor die Tür gehen. Nicht einmal auf die Veranda. Und irgendwann, urplötzlich, schlägt er sie.

Adeline, grün und blau, zeigt eine junge Frau, die im Verlauf eines langsamen Prozesses zusehends massiver unterdrückt wird. Sie entfloh ihrer gleichgültigen Familie in der Schweiz mit diesem jungen, schönen Schwarzen, der ihr viele Versprechungen machte, und landet mitten im öden, schmerzerfüllten Elend.

In winzig kleinen Kapiteln schreibt Adeline ihrer toten Schwester, werden ihre endlos hingezogenen, entsetzlich langweiligen Tagesabläufe mit nächtlichen Gewaltexzessen, Daves „Korrekturen“, beschrieben, all dies aus einer Distanz, die das Buch streckenweise fast unerträglich werden lassen – Fragmente einer Zerstörung. Es wirkt wie ein wahr gewordener paranoider Traum, aus dem Adeline keine Chance hat zu entkommen:

„Adeline ist sich sicher: Wenn sie nur lange genug wartet, die Luft anhält und sich still verhält, wird Dave eines Tages schon merken, was er an ihr hat – und endlich damit aufhören, sie zu verprügeln.“

Dave und sie pendeln einige Male zwischen Aruak Eiland und der Schweiz. Aber auch in der heimatlichen Schweiz ist sie isoliert, darf keine Kontakte unterhalten. Während Dave, ihr „Schöpfer“, ständig unterwegs ist, zu dieser Frau, zu jener. Er, der selbst von seiner Mutter brutal misshandelt wurde und das vollkommen in Ordnung findet, geht limen, nichtstun, abhängen. Adeline vereinsamt. Das Buch handelt von extremer existenzieller Einsamkeit inmitten grundverschiedener Gesellschaften.

Bis der Siedepunkt erreicht ist und Adeline beginnt, sich zu wehren.

Und alle haben davon gewusst.

„Divide et impera, teile und herrsche“ – Adeline zeigt: So kinderleicht geht das mit dem Etablieren einer Diktatur! Sei es Mobbing auf der Arbeit, sei es eine diktatorische Regierung oder eine gewalttätige Beziehung, der Prozess vollzieht sich mitunter schleichend, die Betroffene glaubt dauerhaft an Besserung, und niemand hilft. Zum Glück hilft Adeline sich selbst, und dann erst kann sie auch Unterstützung von anderen erbitten. Die diese ihr liebend gern gewähren!

Fiona Lorenz, hpd - humanistischer pressedienst, 29 Jul 2009 - 07:35 Nr. 7514


Wider das Schweigen

‚Adeline, grün und blau’ rüttelt auf, berührt und schaut hinter verschlossene Türen. Der Roman erzählt eine bedrückende Geschichte über häusliche Gewalt, Rassismus und über eine junge Frau.

Adeline ist 18 und glaubt die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben – Dave. Sie führen ein Leben zwischen der Schweiz und Aruak Island, einer karibischen Insel. Daves Heimatort auf der Insel wird für Adeline zum Gefängnis. Dem offenen Hass seiner Familie ausgesetzt, versucht Adeline zur Normalität auf Aruak Island zu finden und wird von Dave korrigert.
Am Anfang die Hoffnung, Dave sei lediglich die Hand ausgerutscht, doch die Schläge, oder Korrekturen, wie sie von Dave genannt werden, häufen sich. Zurück in der Schweiz wird es nicht besser. Dave bestimmt Adelines Leben, lässt ihr kaum Raum, entscheidet darüber wann sie ausgehen darf und verbietet ihr jegliche Bekanntschaften. Doch Adeline hofft weiter, hofft, dass es besser wird, dass Dave aufhört. Daves Korrekturen sind ein offenes Geheimnis, doch keiner spricht darüber und Adeline steht alleine da, mit der Scham, der Angst und dem Hass.

Die Tage dazwischen

Kleine Zettelchen und Liebesschwüre prägen die Tage zwischen den Schlägen. Dave zeigt sich reumütig, heult sich aus und versucht Adeline glauben zu machen, dass das wahre Liebe ist. Dann prasseln auf einmal erneut grundlos die Schläge auf sie nieder. Adeline macht sich klein, pendelt zwischen Anpassung und Freiheitsdrang, der bestraft wird.

Alltag?

Unverblümt erzählt die Autorin Adelines Geschichte und entfaltet gekonnt die Charaktere. Den Fehler, Dave lediglich auf einen schattenhaften Schlägertypen zu reduzieren, begeht sie dabei nicht. Die Szenen sind treffend, kurz, häufig auch brutal und verlangen dem Leser einiges an Durchhaltevermögen ab. Mut möchte man Adeline zuwerfen, ihr zurufen doch endlich aufzuwachen und ihn zu verlassen, doch die Geschichte nimmt unerbittlich ihren Lauf. Adeline beisst die Zähne zusammen und hält durch, heiratet, wird schwanger, währenddessen Dave weiterhin seine Liebschaften pflegt und Adeline korrigiert. Erst, als Dave sein Herrschaftsgebiet auf den gemeinsamen Sohn ausdehnt, den Adeline aus seiner Sicht viel zu weich erzieht, entschliesst sich Adeline zu handeln.

Der Roman führt den geneigten Leser hinter geschlossene Türen und zeigt die Abgründe, die sich hinter ihnen verbergen. Ungeschminkt spricht es an, worüber man wider besseres Wissen schweigt.
‚Adeline, grün und blau’ ist eine der wenigen, wenn nicht sogar die einzige belletristische Veröffentlichung in der Schweiz, das sich die häusliche Gewalt zum Thema macht. Auch wenn es kein Buch ist, das man gerne liest, so ist es doch eines, das durch seine Ehrlichkeit und Offenheit besticht – ein Buch, das für die Schweiz längst überfällig war.

Iris Kupecky, Alpenlesen.ch


„Adeline, grün und blau“ von Michèle Minelli

„Wer sich einmal schlagen lässt, wird immer wieder geschlagen. Ihr Hirn war wie blockiert, wehrte diesen Gedanken ab, suchte nach Gründen, wollte zwanghaft verstehen, verstanden werden: vorübergehende Erscheinung, dachte sie, Hoffnungslosigkeit, Orientierungslosigkeit, Heimatlosigkeit – Dave, ich bin da für dich. Komm zu mir, und es wird gut sein. Irgendwann endlich gut sein, und dann ist all das Schlimme vorbei.
Sie suchte nach Gründen, die Dave dazu treiben mochten – anstatt sich Gedanken über sein Treiben selbst zu machen.“

Adeline, jung, schwer verliebt, aus unliebsamen Familienverhältnissen stammend, fühlt sich ihrer Liebe ganz sicher, als sie mit ihrem Freund Dave die Schweiz verlässt, um mit ihm in seiner Heimat, auf Aruak Eiland zu leben. Die kaum merklichen Veränderungen innerhalb der Beziehungen sind vom ersten gemeinsamen Tag in der neuen Heimat spürbar. Von Daves Familie abgelehnt, erfährt Adeline hier den ganz alltäglichen Rassismus. Eine Weiße unter Schwarzen, die aufgrund der Geschichte zwischen Weißen und Schwarzen gelernt haben, weiß sein einerseits abzulehnen und andererseits sich bemühen, so weiß wie es nur irgend geht zu sein. Ein unlösbarer Konflikt, eine gesellschaftliche Tragik, die für Adeline zum täglichen Spießrutenlauf durch das fremde Haus, die fremde Befindlichkeit werden. Innerhalb dieser emotional verächtlichen und selbstverächtlichen Atmosphäre wandelt sich Dave vom liebevollen Umsorger zum strengen Erzieher von Adeline. Sie wird im Verlauf der Romanhandlungen von der Geliebten zur weißen Trophäe, von der zärtlich Umworbenen zur weißen Hure. Hier verharrt die Romanhandlung über mehrere Seiten hinweg, so wie auch im realen Leben die geschlagene Frau, gleich welcher Hautfarbe verharrt in Scham und Schuldgefühlen, verharrt in der Suche nach Zeichen der Liebe ihres Peinigers, um sich am Ende vielleicht sogar damit abzufinden und sich selbst die Schuld zu geben nach dem Motto ‚er hat ja keine andere Wahl als mich zu schlagen, weil ich ihm immer wieder Grund gebe’.

Michèle Minelli lässt ihre Adeline leiden, lässt sie lange an die Liebe, nach der sie sich so sehnt, glauben. Und dann passiert erneut eine Veränderung, so schleichend wie der Liebes- und damit der Identitätsverlust von Adeline. Adeline wird Mutter eines Sohnes. Mit der Mutterschaft kommt erneut die Hoffnung, "es" – die Liebe, die Elternschaft – gemeinsam zu meistern. Doch Dave enttäuscht auf der ganzen Linie. Zwar folgt er Adeline zurück in die Schweiz, zwar sucht er sich einen Job und verdient den Lebensunterhalt der Familie, aber weder sein permanentes Fremdgehen noch seine gewalttätigen „Korrekturen“ hören auf. Im Gegenteil. In der Beziehung entfremdet geht es nur noch um den Besitz der Frau und des Kindes. Genau an dieser Stelle lässt die Autorin den Widerstand ihrer Protagonistin erwachen. Eingesperrt in die Wohnung, aller sozialen Kontakte beraubt, bleibt ihr nur der 24-stündige Umgang mit dem Sohn. Adelines Widerstand erwacht. Von Dave unerlaubt schleicht sie aus der Wohnung und unternimmt Ausflüge ins Leben und knüpft dünne Fäden zu alten Bekannten. Als sich andeutet, dass Dave seine „Korrekturen“ auch auf den Sohn ausweiten will, gelingt Adeline der Aufbruch in ein neues, eigenes Leben, ein Leben ohne Dave.

Der Roman von Michèle Minelli ist in kurze Erinnerungssequenzen unterteilt, deren Inhalte sich auf die Einträge in das von Adeline verfassten "The Book of Life" beziehen. Schonungslos gegenüber allen im Roman auftretenden Figuren wirft die Autorin Minelli ein hartes Licht auf die jeweiligen Lebensrealitäten und Bewältigungsmechanismen. Dabei ist die Beobachtungsgabe der Autorin so genau, dass sich die Leserin diesem Sog nicht entziehen mag. Das dem Roman zugrunde liegende Thema, der persönliche Umgang mit und die Auswirkungen von Macht und Ohnmacht, spiegelt sich sowohl in der zentralen Beziehung zwischen Adeline und Dave, als auch innerhalb von Daves Familie, in den Beschreibungen von Adelines eigener Kindheitsgeschichte und anderen Nebenschauplätzen im Roman.

Dieses Buch ist eine sensible, ihre Protagonisten nicht denunzierende Bestandsaufnahme über die Bedingungen der Entstehung, die Entwicklung und Bewältigung einer gewalttätigen Beziehung, in der die Gewalt eindeutig vom Mann ausgeht.
Dieses Buch tut weh, weil es den Finger auf die Wunden legt, Schweigetabus bricht, Täter- und Opferanteile in den einzelnen Figuren aufzeigt ohne den moralischen Zeigefinger. Dies ist wahrscheinlich die größte Leistung dieses Romans, er manipuliert die Leser nicht, weil er seine Figuren agieren lässt, ohne sie zu denunzieren und trotzdem schimmert die Haltung der Autorin, ihr eindeutiges Bekenntnis gegenüber Gewalttätigkeiten und zwar gegenüber allen der im Buch beschriebenen Formen von Gewalt. Unbedingt lesenswert.

Sylvia Thornau, AMELIA Newsletter, Juli 2009

Unter Mongolen

Zwischen Jurten und Plattenbauten
Ein Reisebericht aus der Mongolei

In ihrer Reiseschilderung dokumentiert Michèle Minelli die Entwicklung eines Landes, in dem das soziale Gefüge, basierend auf den jahrtausendealten Traditionen des Nomadentums, unter dem Einfluss der Globalisierung zunehmend zerbricht. Sichtbar wird dies in der Hauptstadt Ulaanbaatar, wo mittlerweile ein Drittel der 2,5 Millionen Mongolen lebt. Neben den traditionellen Jurten aus Filz und Holz, den Plattenbauten und russischen Transportvehikeln aus der kommunistischen Ära bestimmen hochmoderne Appartementhäuser japanischer Bauträger und schnittige Geländewagen das Stadtbild ebenso wie Supermärkte und Diskotheken.


Die Schweizer Autorin, die mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking her in die Mongolei einreiste, hat per Jeep und mit kundiger örtlicher Führung mehrere tausend Kilometer in diesem Land zurückgelegt, wobei ihr die Kenntnisse der mongolischen Sprache halfen, Zugang zu den Menschen zu finden. Eingeschoben in ihren Bericht sind Interviews mit ganz verschiedenen Männern und Frauen, die einen kurzen Abriss ihrer Lebensgeschichte, ihrer Ausbildung und ihrer Zukunftsvisionen geben. Minelli, die auch Filmschaffende ist, erhebt mit ihrem Bericht keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dem Genre Film nicht unähnlich, lebt dieser vielmehr vom Augenblick, von der Atmosphäre und den emotionalen Schwingungen, die ihn berührend und lebensnah machen. Der Leser taucht unvermittelt ein in dieses fremdartige und unbekannte Land, begleitet von den sehr persönlichen Anmerkungen und Überlegungen, die Minelli immer wieder einfügt.


Die Idealisierung des Nomadenlebens, die manchmal durchzuschimmern scheint, gleicht die Autorin aus durch ihren nüchternen Blick auf die wirtschaftliche und soziale Situation, die der Transformationsprozess seit Glasnost und Perestroika auch in diesem Land mit sich gebracht hat. Die extreme Teuerung, das Fehlen eines funktionierenden Sozialsystems und der Zusammenbruch des subventionierten Gesundheitswesens haben dazu geführt, dass die Verelendung vor allem alleinstehender und alter Menschen dramatische Formen angenommen hat. Auf der anderen Seite führt die Autorin genug Beispiele dafür an, dass die Mongolen die Zukunft ihres traditionsreichen Landes in die Hand nehmen. Dazu gehören wirtschaftliche Eigeninitiativen ebenso wie die Bemühungen um die Wiederbelebung des Kulturgutes und die Pflege der Natur. Auch der Wissensdurst und der Bildungshunger, die Minelli als sehr ausgeprägt wahrnimmt, stimmen zuversichtlich, dass dieses Land den Weg aus der gegenwärtigen Umbruchsituation finden kann.

Caroline von Loewenich, Neue Zürcher Zeitung,  24. Juni 2006


Die Erben von Dschingis Khan

Das klingt schon irgendwie faszinierend und geheimnisvoll. Die Mongolei ist durchaus ein Land der Sehnsucht, auch für die Zürcher Autorin Michèle Minelli. In diesem Buch berichtet sie von ihren regelmässigen Reisen in das Land zwischen Russland und China, das sich langsam in die Moderne hinein entwickelt. Sie lässt Pferdezüchter, Fernsehdirektoren, Schamanen, Popstars, Mönche und Hebammen erzählen und schwärmt vom weiten Land der ewigen Hügel und Steppen. Ein abwechslungsreicher Reiseführer, bei dessen Lektüre einen sofort das Fernweh packt.

20 Minuten, 17.01.2005


Ein Roadmovie zwischen Buchdeckeln

Die Mongolei - weites Land der ewigen Hügel, Wüsten und Steppen. Heimat archaischer Urfamilien und Traditionen. Ein Land, wie kein anderes, in dem das Urtümliche neben der aufstrebenden Moderne bis heute Bestand hat.

Pferdezüchter, Hebamme, Mönch

Quer durch die heutige Welt der Mongolen, durch Stadt und über Land, führt dieser Roadmovie zwischen Buchdeckeln zu Begegnungen mit Pferdezüchter, Gemüseanbauerin, Schamane, Kunstmalerin, Hebamme, Mönch und vielen anderen mehr.

Sie alle haben sich die wesentlichen Werte eines Nomadenlebens bewahrt: die Verbundenheit zum Ursprung, die Zugehörigkeit zu einem grösseren Ganzen und den Zusammenhalt zwischen ihnen und anderen Menschen.

Eine literarisch geschilderte Reise, die zwanzig Begegnungen dokumentarisch in die Geschichte einbettet und dadurch ein Bild der heutigen Mongolei spürbar und nachvollziehbar entstehen lässt, angereichert mit zahlreichen mongolischen Sprichwörtern und ergänzt durch einen Anhang (Wissenswertes, Glossar) bietet «Unter Mongolen» einen echten Erfahrungsschatz - für solche, die die Mongolei bereits bereist haben, und solche, die ihre Reise noch planen. Spätestens nach der Lektüre dieses Buches wird das wohl der Fall sein.

Geschichten und Bilder

Geworden ist daraus ein Buch voller gelüfteter und bewahrter Geheimnisse, satt an Geschichten und Bildern und gefüllt mit menschlichem Reichtum. Spannend wie ein Roadmovie und berührend wie ein Lied.

Bote vom Untersee und Rhein, 03.02.2006

Endstation Schulausschluss

Wenn der Schulausschluss droht

Ein Schulausschluss steht oft am Ende einer Leidensgeschichte, die Kinder, Schule und Eltern betrifft. Immer öfter scheinen auch in der Schweiz so genannt «schwierige Kinder» nicht mit einem geregelten Schulunterricht vereinbar.

Wenn die neunjährige Leonie morgens drei Stunden Schule verpasst, weil sie zum Zahnarzt muss, findet sie das «blöd», weil alle Kinder sie bei der Rückkehr fragen, wo sie war. Sie fühlte sich aus der Normalität ausgeschlossen, wenn auch nur für kurz. Ungleich grösser ist der Einschnitt für jene Kinder oder Jugendliche, die als disziplinarische Massnahme einen Schulverweis, das heisst einen temporären Unterbruch oder gar einen Schulausschluss, eine definitive Wegweisung, erleben. Doch diese Kinder sind bereits seit längerer Zeit nicht mehr «normal», sie fallen als Störenfriede und Aussenseiter auf, man nennt sie aufsässig und frech. Sie sind depressiv oder traurig, sie stellen sich auf das Fensterbrett und sagen, sie würden sich hinunterstürzen, sie schlagen den Hausmeister oder verteilen in der Schule Haschkuchen.

«Es gibt Willkür»
In Basel-Stadt seien in der obligatorischen Schulzeit zwei bis drei Kinder pro Jahr betroffen, aber nur, wenn für das Kind eine Lösung gefunden würde. «Als grundsätzliche Massnahme wird der Schulausschluss sehr selten getroffen», sagt Valerie Rhein, Kommunikationsverantwortliche beim Erziehungsdepartement Basel-Stadt. Wie viele Kinder in der Schweiz, Österreich oder in Deutschland betroffen sind, kann man nicht sagen, denn offizielle Statistiken fehlen. Doch eine Umfrage bei Schweizer Kinder- und Jugendheimen zeigt, dass die Zahl der Schulausschlüsse zunimmt, stellt die Zürcher Autorin Michèle Minelli in ihrem Buch «Endstation Schulausschluss?» fest. Schulausschluss sei keineswegs bloss die Antwort auf Disziplinprobleme oder die Zunahme von Gewalt, analysiert Minelli. Bei den jüngsten betroffenen Kindern würden meist psychologische Befunde ins Feld geführt, und «in mittleren Jahren liegen die Wurzeln der als unlösbar erscheinenden Konflikte oft in verstecktem Mobbing.» Erst in höheren Klassen käme es zum eigentlichen disziplinarischen Schulausschluss. Dabei kann es durchaus sein, dass ein Time-out als Standortbestimmung oder Luft-Holen Sinn macht, «aber nur, wenn die Kinder und Jugendlichen damit einverstanden sind», sagt Minelli deutlich. Und wenn während des Ausschlusses eine sinnvolle Lösung für das Kind gefunden ist. Im anderen Fall kann die Massnahme eine Katastrophe bedeuten, die das Kind weit über sein schulisches Umfeld betrifft. Deshalb ist ein sehr sorgfältiges Abklären der Situation unerlässlich. «Es gibt Willkür, persönliche Animositäten oder Überforderung», sagt Minelli über ihre Nachforschungen. Aufhorchen lässt auch die Tatsache, dass in England mehr Jungen als Mädchen, mehr schwarze Kinder als weisse, mehr Kinder mit speziellen Lernschwierigkeiten und mehr Kinder, die harsche Veränderungen der Familiensituation erlebt hätten, von Schulausschluss betroffen wären. Auch in der Schweiz sind Jungen und jugendliche Ausländer überproportional betroffen.

Disziplinlosigkeit als Hilferuf
«Eigentlich sind weder Schulausschluss noch der zeitlich begrenzte Schulverweis Erscheinungen neuerer Zeit», schreibt Minelli. «Was hingegen neu ist - und damit ein deutliches Zeichen für die in Not geratene Schule - sind die zahlreichen repressiven Massnahmen, die in Schulgesetze Einzug halten.» So wurde im vergangenen Jahr ins Berner Volksschulgesetz aufgenommen, dass Schülerinnen und Schüler, die durch ihr Verhalten den ordentlichen Schulbetrieb erheblich beeinträchtigten, bis zu zwölf Wochen von der Schule ausgeschlossen werden können. Die Beschwerde besorgter Eltern wurde vom Bundesgericht abgewiesen. «Wir stellen fest, dass die Schulen zunehmend rigider auf die steigende Disziplinlosigkeit von Schülerinnen und Schülern reagieren», bestätigt Beat Zemp, Zentralsekretär des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.
Doch es ist offensichtlich, dass das Problem nicht in der Schule allein liegt, hier manifestiert es sich bloss. Viele Kinder schleppen einen Rucksack von Problemen ins Klassenzimmer. Ein geregelter Unterricht ist unter gewissen Umständen einfach nicht möglich, die Lehrer sind gestresst, die Kinder unverstanden und die Eltern oft ratlos. Denn die Familie scheint immer weniger belastbar. Die Eltern wären überfordert und würden sich von der Erziehung verabschieden, stellt Beatrice Baeriswyl vom «Kinderhuus» in Gstaad fest. Die Institution bietet Kindern aus dem ganzen Kanton vorübergehend einen Platz für ein «Time-out». «Mutter oder Vater zu sein heisst eben auch, selbstlos zurückzustehen und nicht immer der sofortigen Bedürfnisbefriedigung zu huldigen.» Aber auch die Schule sei weniger belastbar, die Lehrerschaft von Reformen und Zusatzarbeiten zu sehr gefordert, und in der Ausbildung wird zu wenig auf die harte Praxis vorbereitet. «Wir haben in der Schule nicht dir Ressourcen, mit ganz schwierigen Kindern umzugehen, und dafür sind wir auch nicht ausgebildet», sagt Beat Zemp, «das Primat der Erziehung liegt beim Elternhaus.»
Das allerdings kann manchmal aus verschiedensten Gründen nur mangelhaft wahrgenommen werden. «Disziplinlosigkeit ist als ein Hilferuf zu verstehen, die gesellschaftlichen Veränderungen wirken eben in die Schule hinein, und Lehrerinnen und Lehrer müssen imbedingt auf Kinder mit Problemen vorbereitet werden», so Minelli. Es geht ihr deshalb auch nicht um eine Schuldzuweisung. «Klären wir nicht nur den Schüler X ab, sondern fragen wir auch sein Umfeld und die Lehrerin, was sie beim Umgang mit ihm braucht», sagt Publizistin Minelli. «Auch wenn ein Schulverweis für sie vorübergehend eine Entlastung bedeuten würde, ist es ein grösseres Erfolgserlebnis, eine schwierige Situation mit dem betroffenen Schüler und der Klasse gemeistert zu haben.»

Monika Wirth, aufbruch Oktober 2003


Nicht mehr tragbar
Die Autorin Michèle Minelli beleuchtet im Buch «Endstation Schulauschluss? » die Ursachen von problematischem Schülerverhalten, den Umgang mit schwierigen Kindern und zeigt Lösungsmodelle.

«Wieso ich? Wieso gerade ich? Ich wollte ein guter Lehrer sein!» Diese Worte schrieb ein junger Klassenlehrer an die Wandtafel seines Klassenzimmers, bevor er sich darin erhängte. Aber auch Suizide und Verzweiflungstaten von Jugendlichen, die mit ihrer Schulsituation nicht mehr zurechtkommen, sind leider traurige Realität. «Ich habe alles versucht; weder zureden noch strafen, weder Nachsicht noch Strenge haben etwas gebracht. Dieser Schüler ist nicht mehr tragbar in meiner Klasse.» Einer solchen Feststellung einer Lehrperson gehen oft für beide Seiten leidvolle, belastende, demütigende Prozesse voraus, die vor allem für das betroffene Kind zu schwer korrigierbaren Störungen führen können.
Muss es soweit kommen? Was sind die Ursachen, welche Präventivmassnahmen gibt es und welche Möglichkeiten bieten sich an, wenn die Probleme im Schulalltag bereits eskaliert sind? Mit dieser Thematik befasst sich die Autorin, Michèle Minelli, in ihrem Buch «Endstation Schulausschluss». Sie nennt die Dinge beim Namen, lässt Betroffene zu Wort kommen und listet praktische Lösungsvorschläge auf.

Symptome
Anhand von fünf Schulbiografien von «schwierigen» Kindern zeigt sie auf, wie Vorurteile, Mobbing, Unverständnis und Fehleinschätzungen zu den verschiedensten Störungen bei Kindern, unter anderem zum Verlust des Selbstwertgefühls, Stottern, Depression, Essstörungen, Gewalt bis zum Suizid oder Suizidversuch führen können. Die Beispiele sind schockierend und machen unter anderem die Hilflosigkeit und Überforderung der Erziehenden und der Behörden deutlich.

Ursachen
Sie klagt aber nicht nur an, sondern zeigt im Kapitel 4 «Vorbereitungsjahre junger Lehrerinnen und Lehrer» auf, weshalb Erziehende scheitern: Junglehrer werden in ihrer Ausbildung zu wenig auf die Probleme, die sich im Schulalltag stellen, vorbereitet. Idealisierung des Lehrberufes und Schönfärberei bewirken nicht selten einen Praxisschock. Eine Reaktion kann einen allzufrühen Schulausschluss eines problematischen Schülers («Entweder er oder ich») zur Folge haben. Die Autorin lässt dazu auch den Bildungsforscher Jürgen Oelkers in einem Interview zu Wort kommen. Handfest und hilfreich ist die Liste der Unterstützungswünsche der befragten Lehrpersonen.

Lösungen
Einblicke in Schulstuben im gleichnamigen Kapitel 5 geben unter anderem die Institutionen «bildungsreich», eine Privatschule in Schin-dellegi, das Projekt «brugge-boge» in Bern, Biel und Aargau sowie die Primarschule Udligenswil, LU. Diese beschreiten den integrativen Lösungsweg. Im eigentlichen Kapitel «Lösungsentwürfe für schwierige Schulsituationen» gibt Michèle Minelli Tipps für Eltern, Lehrpersonen und Behörden zur Prävention und zur Bewältigung von Akutsituationen. Verschiedene Fachleute, darunter Christopher Szaday, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Pestalozzianums und Leiter der Fachstelle für schwierige Schulsituationen in Urdorf ZH, ergänzen das Buch als Gastautoren mit vertiefenden Beiträgen zu einzelnen Kapiteln. Der Anhang enthält eine umfangreiche Liste zur Begleitliteratur

Doris Fischer, Bildung Schweiz 9/2003


Und weg bist du!

Fast wäre sie einst selbst von der Schule gewiesen worden. Jetzt hat Michèle Minelli (35) ein Buch zum Thema Schulausschluss geschrieben und schlägt sanftere Lösungen vor.

Als Michèle Minelli einen Stuhl in Richtung ihres Lehrers warf, war sie ein hochaufgeschossenes Girl von 15 Jahren. Sie hatte Glück und flog nicht aus der Klasse. Heute, mit 35 Jahren, ist Minelli Autorin und Mitarbeiterin an Projekten zu Gewalt in Schulen. Und sie hat ein Buch zum Thema Schulausschluss geschrieben.

«Ich bin froh und dankbar, dass ich als Kind nicht von der Schule gewiesen worden bin», sagt Mi-chèle Minelli. Als Mutter eines 17-jährigen Sohnes hat sie inzwischen diverse Schulreformen hautnah miterlebt.

Dass Kinder von der Schule fliegen können, ist zwar nichts Neues. Aber: «Heutige Lehrpersonen sind vermehrt mit Disziplinlosigkeit und Erziehungsdefiziten ihrer Schüler konfrontiert.» Das sagte der Schwyzer Erziehungsdirektor Kurt Zibung vergangene Woche in einem Zeitungsinterview. Die Konsequenz: Die Disziplinarordnung wird angepasst. Da gilt der Schulverweis als letztes Mittel.

Michèle Minelli befürchtet, dass der Ausschluss aus der Schule bald vorschnell als Erziehungsmittel anerkannt wird. Der «Brückenbauer» sprach mit der Expertin.

«Brückenbauer»: Frau Minelli, gibt es heute mehr Schulausschlüsse als früher?

Michèle Minelli: Genaue Zahlen fehlen. Aber manches weist darauf hin, dass der Schulausschluss auf bestem Wege ist, salonfähig zu werden. Fast alle1 Kantone haben harte Massnahmen neu ins Gesetz aufgenommen. So können in St.Gallen unliebsame Jugendliche in eine geschlossene Anstalt verwiesen werden - auch gegen den Willen der Eltern. Im Kanton Bern dürfen missfallende Schüler für zwölf Wochen pro Schuljahr auf die Strasse gestellt werden, ohne dass die Eltern vorher informiert werden. Die Behörden haben mit solchen Regelungen prompt auf die Verstösse gegen die Schuldisziplin reagiert und den Lehrkräften eine Hilfe zur Hand gegeben, wie sie störende Kinder ohne Federlesens aus ihren Klassen oder aus dem Schulhaus verweisen können.

Warum haben Sie als Sekundarschülerin einen Stuhl nach Ihrem Lehrer geworfen?

Zum Glück habe ich ihn nicht getroffen, und der Lehrer hat gelassen und souverän reagiert! Der Grund für meine Wut war eine Äusserung des Lehrers. Was er sagte, habe ich vergessen. Ich war als Sekschülerin eine Revoluzzerin - verunsichert und schnell gereizt, wenn ich eine Ungerechtigkeit vermutete. Das empfinden viele andere in diesem Alter auch so.

Und weshalb haben Sie sich 20 Jahre nach diesem Vorfall so gründlich mit dem Thema Schulausschluss befasst?

Ich schrieb dieses Buch am ehes-ten für die Kinder, die aus verschiedenen Gründen aus ihrer Schulklasse ausgeschlossen worden sind. Dieses Erlebnis hinterlässt oft tiefe Wunden. Betroffen sind nicht nur die lauten und provozierenden Schüler im Pubertäts-alter. Am meisten vom Ausschluss bedroht sind Primarschüler von der ersten bis zur sechsten Klasse - und zwar wegen Lernschwierigkeiten oder Verhaltensweisen wie Überaktivität oder Apathie. Die meisten Kinder empfinden auch eine Versetzung aus pädagogischen Gründen als Bestrafung - und als Ausschluss aus ihrer vertrauten Umgebung.

Lassen sich Schulausschlüsse oder Ähnliches immer vermeiden?

Nein, ich kann es beispielsweise verstehen, wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin klar und deutlich sagt: «Dieser Schüler lenkt die ganze Klasse vom Unterricht ab. Ich will ihn nicht mehr in meiner Klasse haben.» Es hilft nichts, ständig den Ärger hinunterzuschlucken. Aber man sollte eine Lösung finden, die beiden Seiten erlaubt, das Gesicht zu wahren. Eine solche Lösung wäre etwa ein Time-out: Der Schüler besucht während dreier Monate eine Kleinklasse und arbeitet gleichzeitig im Wald oder in einem Betrieb - falls er will.

Was läuft falsch bei den Schulausschlüssen?

Ich möchte in erster Linie aufzeigen, dass es oft Missverständnisse und Kommunikationsprobleme sind, die in die Sackgasse Schulausschluss führen. Zum Beispiel finden Eltern, Lehrer und Schulbehörden oft nicht den richtigen Draht zueinander. In einem solchen Gespräch sollte man sich immer auf ein gemeinsames Ziel einigen. Es gibt auch Punkte, die ich klar kritisiere: Man vergisst häufig die tieferen Gründe für ein störendes Schülerverhalten. Unser Schulsystem ist stark leistungsorientiert und hat Mühe, sich flexibel auf neue Situationen einzustellen. Warum werden in manchen Klassen noch Daten der römischen Geschichte gepaukt, wenn viele Schüler Mühe mit Lesen und Schreiben haben? Da bräuchte es eine Entschlackung des Lehrstoffs und eine Konzentration auf das Basiswissen!

Sind die angehenden Lehrer genügend auf Disziplinprobleme vorbereitet?

Nein. Der Praxisschock trifft manche Junglehrer wie ein Donnerschlag. In der Lehrerausbildung werden Konflikte zwischen Lehrern und Schülern nicht realitätsnah erlebt. Und man spricht auch nicht genügend davon. Die Neu-lehrer sind nicht auf den Anteil von Kindern aus fremden Kulturen vorbereitet. Im Gegenteil: Man geht in der Ausbildung immer noch davon aus, dass die Lehrer dereinst eine Klasse aus 100 Prozent deutschsprachigen schweizerischen Mittelschichtkindern unterrichten werden. Junglehrer wissen oft nicht, wohin sie sich bei Problemen wenden können.

Welche Lösungen schlagen Sie vor?

Eine Patentlösung habe ich nicht. Ich bin beeindruckt von Schulan-sätzen, die nach der Regel «Integrieren statt Ausschliessen» verfahren. In Udligenswil, einer Gemeinde bei Luzern, gibt es zum Beispiel keine Klein- oder Sonderklassen, alle Kinder werden in Regelklassen integriert. Dafür wird das Lehrerteam zeitweise von zwei Heilpädagoginnen verstärkt. Bewusst wird in dieser Schule der Umgang mit anderen erlernt.

Eine wichtige Rolle bei Streitfragen könnten Vermittler, so genannte Mediatoren, spielen: Wenn ein Problem zwischen Lehrpersonen und Schülern auftaucht, behandeln sie beide Seiten als gleichberechtigte Partner.

Interview Carl J. Wiget, Brückenbauer, Nr. 10 vom 02. März 2004

Tabuthema Abtreibung

Keine leichte Kost

Ein neues Sachbuch geht erstmals umfassend dem Thema Abtreibungen in der Schweiz nach.

Wer sich in der Schweiz für das Thema Abtreibung interessierte, musste bis anhin auf vereinzelte Studien, und Schriften sowie auf Literatur aus Deutschland zurückgreifen. Michèle Minelli legt somit mit dem kürzlich im Haupt-Verlag erschienenen Sachbuch «Tabuthema Abtreibung» die erste umfassende Standortbestimmung für die Schweiz vor. Der Umschlag, auf dem ein Foto einer Puppe hinter Plastikfolie die Assoziation des «armen toten Kindes» weckt, weist irreführenderweise in die Richtung der Fristenlösungsgegner. Er widerspricht dem Inhalt, denn die Autorin scheut sich nicht, klar für die Fristenlösung Position zu beziehen. Sie umkreist die Thematik sowohl historisch als auch rechtlich und medizinisch ausführlich und präzise. Dabei handelt es sich über weite Strecken um keine leichte Kost.

Menschen wie du und ich

Man liest von Frauen, die in vergangenen Zeiten in ihrer Verzweiflung den Üetliberg hinuntergesprungen sind, in der Hoffnung, den Fötus zu verlieren. Man erfährt in einem Interview, dass der Zürcher Arzt Andre Seidenberg während seiner Tätigkeit 1500 Abtreibungen durchgeführt hat und weshalb. Und auch detaillierte Beschreibungen der verschiedenen Methoden werden nicht ausgelassen, gerade weil viele Frauen gar nicht recht wissen, was bei einer Abtreibung hl ihrem Körper genau geschieht.
Abgetrieben wird in der Schweiz jährlich rund 13 ooo-mal. Ist das Thema trotz dieser Zahl so tabu, wie der Titel glauben macht?

Während ihrer Recherchen stiess die Autorin zuerst im engeren, dann aber auch im weiteren Umfeld häufiger als erwartet auf «Frauen, die abgetrieben haben, und Männer, die einmal fast Vater geworden sind». Im Buch kommen 15 Frauen und 5 Männer in kurzen, sehr offenen Interviews zu Wort. Die Autorin skizziert sie eingangs in wenigen Sätzen, was den Leserinnen und Lesern ermöglicht, keine schemenhaften Figuren, sondern Menschen «wie du und ich» zu erkennen. Und so erstaunt es auch nicht, dass Michèle Minelli im Vorwort schreibt, sie habe versucht, ein «sinnliches Sachbuch» zu schreiben. Entstanden ist ein Sachbuch mit selten persönlichem, fast intimem Charakter, das der Materie gerecht wird, ohne unseriös zu sein

Hoffentlich bald überholt

Auch kommt es eher selten vor, dass sich die Autorin eines eben erschienenen Buches freuen würde, wäre ihr Werk schon bald überholt. Michèle Minelli würde in einer Neuauflage das zweite Kapitel «Von Gesetzen, die Regeln schaffen, und Kantonen, die diese für sich auslegen» gerne ins - hochinteressante - Kapitel «Von der Geschichte aus der alten und der jungen Zeit» integrieren.
Die Chancen dafür stehen gut: Seit Jahrzehnten steht der Schwangerschaftsabbruch auf der Traktandenliste der nationalen Politikerinnen und Politiker. Auf den 7. Dezember ist eine Diskussion im Nationalrat über die Fristenregelung angekündigt. Ein Referendum aus ultrarechten Kreisen ist bereits angekündigt. In der Volksabstimmung kann mit der Annahme der Fristenlösung gerechnet werden - im kommenden Jahr wird das Buch also nicht an Aktualität verlieren. Im Gegenteil.

Daniela Kuhn, Tages-Anzeiger, 17. November 2000


Heikles Thema
«Tabuthema Abtreibung» - unter diesem provokativen Titel hat Michèle Minelli nach langjährigen Recherchen ein bewegendes Buch über das in der Schweiz noch immer sehr heikle Thema Schwangerschaftsabbruch veröffentlicht. Nebst vielen Erfahrungsberichten persönlich Betroffener sind auch Informationen über die rechtlichen Grundlagen, über Voraussetzungen für einen legalen Abbruch, über Abtreibungsmittel und -methoden aufgeführt. Die Autorin favorisiert die Fristenlösung, um in Not geratene Frauen vor lebensbedrohenden illegalen Schwangerschaftsabbrüchen zu schützen. Sie lässt vor allem die Beteiligten und Betroffenen zu Wort kommen und beschränkt sich auf sachliche Erklärungen oder Hinweise. Im Anhang finden sich die wichtigsten Adressen von Beratungsstellen, Hilfsorganisationen und Familienplanungsstellen sowie weitere Literaturhinweise: Eine Fundgrube für alle Lehrpersonen, die durch ihre Schülerinnen und Schüler mit dieser Problematik konfrontiert werden. Die Autorin stellt sich gerne für Diskussionsrunden oder kleine Veranstaltungen an Schulen zum Thema Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung.
Pia Wermelinger

Bildung Schweiz, 22. November 2001


Tabuthema Abtreibung

Informationen, Fakten, Adressen
Dass es ein Tabuthema ist, zeigt mein Unbehagen, das mich bereits beim Umschlagbild packt und mich während der ganzen Lektüre nicht mehr verlässt. Das endgültige Schaudern kommt beim letzten Kapitel «Grenzfälle», wo das Dilemma der heutigen Medizin offen dargelegt wird: Wo ist die Grenze, wenn ein Spätabort bei ungefähr 24 SSW stattfindet - genau da, wo man spontane Frühgeborene schon zu retten versucht? Oder: was bedeutet die Aussage für uns Menschen von heute, dass mit dem verlorenen (oder gewonnenen?) fötalen Zellmaterial eigentlich geforscht werden kann?
Was will die Autorin wirklich? Sie ist eine eindeutige Verfechterin des Rechts jeder Frau auf die eigene Entscheidung über ihre Schwangerschaft und des Rechts der Frauen, einen entkriminalisierten, medizinischen Schwangerschaftsabbruch bekommen zu können. Einige von uns erinnern sich ja noch an den «Abtreibungstourismus» aus der Innerschweiz nach Zürich (oder Baden!). Minellis Absicht, in der Einleitung klar dargelegt, ein Sachbuch vorzulegen, in welchem betroffene Frauen (und auch Männer) Auskünfte, Ideen und Erlebnisberichte aber auch klare Informationen über rechtliche und medizinische Fragen finden können, hat sie ausgezeichnet verwirklicht. Der historische Abriss ist sehr interessant und wie das gesamte Buch in einer leicht lesbaren Sprache verfasst. Die zahlreichen Gesprächsprotokolle wirken authentisch. Die Erklärungen zu Methoden und Medikamenten sind sehr gut gelungen. Die Komplexität des Themas wird aus allen möglichen Sichtweisen beleuchtet, und es kommen Meinungen aus vielen Lagern zum Ausdruck. Selbst für mich als sogenannte Fachperson finden sich interessante und neue Informationen über die heutige Situation in der Schweiz. So wäre es wirklich endlich an der Zeit, dass die Fristenregelung angenommen würde. Die Aussagen der Frauen machen wieder einmal mehr deutlich, wie wichtig ein einfühlsamer Umgang von uns Fachpersonen mit den Betroffenen in jedem Fall ist.
Im Anhang finden sich hilfreiche Adressen und ein Literaturverzeichnis.
Ein packendes Buch, das viele Facetten eines vielschichtigen Themas beleuchtet.

Margrit Heller, Hebamme, Schweizer Hebamme, Dezember 2001

Zurück in die Wildnis 

In eindrücklichen Bildern zeigt der Dokfilm den abenteuerlichen Transport von sechs Urwildpferden aus der Schweiz in die Mongolei.

Die Autoren Michèle Minelli und Martin Weiss verfolgen das Leben der stämmigen Tiere mit den typischen Stehmähnen und den Zebrastreifen an den Beinen in der mongolischen Zuchtstation und werfen spannende Seitenblicke auf das noch wenig erforschte Verhalten der Urpferde. Werden die Pferde den harten Winter überstehen? Wie stellen sich die Nomaden der Region zu den neuen Siedlern? Der Film wirft auch Fragen auf, die mit der «letzten Arche» der Urwildpferde verbunden sind: Was der Mensch zerstört hat, lässt sich nur mit grossem Aufwand wiedergutmachen.

TELE 1998